Foto: Susanne Gehrmann-Röhm
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Positionspapier zur stationären Krankenversorgung

Der Kreisseniorenrat und die angeschlossenen Stadt- und Ortsseniorenräte vertreten im Landkreis Konstanz die Interessen der älteren Menschen, insbesondere auch der Hochbetagten, deren Anteil in unserer immer älter werdenden Gesellschaft überproportional wachsen wird-. Diese leiden oft unter vielfachen Beschwerden und Behinderungen (Multimorbidität). Führt eine zusätzliche akute Erkrankung zu einer stationären Behandlung, so verschlechtern sich meist auch die vorbestehenden Leiden und bilden ein sehr komplexes Beschwerdenbild, das einer besonderen, zeitaufwendigen medizinischen, pflegerischen und sozialen Betreuung bedarf. Hierbei ist problematisch, dass die Abrechnung nach Fallpauschalen diesem Bedarf nicht gerecht wird.

Die Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis Konstanz in ihrer jetzigen Form ist durch gesundheitspolitisch verordnete Sparmaßnahmen und die wirtschaftliche Entwicklung in Frage gestellt. Wie es weitergehen soll, werden die politisch Verantwortlichen in absehbarer Zeit entscheiden müssen.

Die Seniorenräte verkennen nicht, dass auch im Kreis Konstanz die Strukturen in den Krankenhäusern an die sich ändernden Bedingungen im Gesundheitswesen angepasst werden müssen. Hoher Kostendruck, zunehmende Spezialisierung mit immer aufwändigeren Untersuchungs- und Behandlungstechniken zwingen dazu, die vorhandenen Ressourcen in den Krankenhäusern zu hinterfragen, die Angebote der einzelnen Häuser auf den Prüfstand zu stellen, zu bewerten und aufeinander abzustimmen, um die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen zu sichern. Auch ist nur über Mindestfallzahlen die bestmögliche Qualität der medizinischen Behandlung zu erreichen.

Die Seniorenräte gehen davon aus, dass der gute bisherige Leistungsstandard erhalten bleibt und die speziellen Erfordernisse bei der stationären Versorgung der zunehmenden Zahl der älteren Patienten beachtet werden. Dies kann nur gelingen, wenn die Träger der Einrichtungen einvernehmlich handeln und die Verantwortlichen in den Kliniken enger als bisher kooperieren und bereit sind, die vorhandenen Ressourcen aufeinander abzustimmen. Das gelingt unseres Erachtens noch am ehesten unter einer gemeinsamen kommunalen Trägerschaft aller Kliniken im Kreis Konstanz.

Für einen guten Versorgungsstandard der betagten Patienten, so wie er auch von den zuständigen wissenschaftlichen geriatrischen Gremien in Deutschland und im Geriatriekonzept des Landes Baden-Württemberg gefordert wird, halten wir folgende Maßnahmen für notwendig:

Die Seniorenräte im Kreis Konstanz ersuchen die Entscheidungsträger, sich in besonderer Weise für diese Belange der geriatrischen Patienten einzusetzen. 20.10.2010

Kreisseniorenrat Konstanz Ernst Günter Hahn Benediktinerplatz 1 78467 Konstanz Tel.: 07531 800-1784