Das Coronavirus SARS-CoV-2 bestimmt derzeit unser Leben und wird dies auch noch viele Wochen tun. Das Robert-Koch-Institut geht derzeit davon aus, daß sich in der Spitze in Deutschland 70 – 80 % der Einwohner infizieren werden (etwa 55 Millionen). Diese Zahl hat ihre wissenschaftliche Grundlage aus der Epidemiologie, wobei von einer exponentiell steigenden Zahl von Infektionen ausgegangen wird. Bereits bis Mitte Mai rechnet man mit bis zu 1 Million. Die Spitze wird für den Sommer erwartet. Das besondere Risiko des Coronavirus ist: Es ist hoch ansteckend. Die meisten Infektionen verlaufen glücklicherweise leicht oder gar stumm. Es gibt aber eine doch relativ große Anzahl von Erkrankungen, die schwer bis tödlich (bis zu 3 %) verlaufen. Und deshalb ist das CoronaVirus eben nicht mit dem GrippeVirus zu vergleichen. Jeder der diesen Vergleich anstellt (z.B. US-Präsident Trump) verharmlost in unverantwortlicher Art und Weise.

Da es für die vom Virus verursachte Erkrankung Covid-19 bislang weder eine Schutzimpfung noch ein Heilmittel gibt, muß es darum gehen, den Anstieg der Zahl der Erkrankungen zu verlangsamen. Hierauf zielen alle Maßnahmen zur Eindämmung bzw zur Verzögerung einer Virusübertragung / Ansteckung. Hierzu gibt es viele Veröffentlichungen. Sehr empfehlenswert ist

die website des Landratsamts:         www.lrakn.de/coronavirus

 

Eine weitere wichtige Informationsquelle ist die website des Robert-Koch-Instituts:       https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Wir empfehlen Ihnen, diese Informationen zu verfolgen.

 

Was kann jeder von uns tun?

Durch den vorherrschenden Übertragungsweg von SARS-CoV-2 (Tröpfcheninfektion) z.B. durch Husten, Niesen oder engen Kontakt von Angesicht zu Angesicht kann es durch teils mild Erkrankte oder auch asymptomatisch infizierte Personen (scheinbar Gesunde) zu Übertragungen von Mensch-zu-Mensch kommen. Auch Übertragungen durch Schmierinfektionen sind beschrieben. Übertragungen kommen im privaten und beruflichen Umfeld, aber auch bei größeren Veranstaltungen vor.

Wir erinnern nochmals daran, wie man sich und andere schützen kann:

gegen Tröpfcheninfektion:

– Niemand anhusten oder anniesen: man niest und hustet in ein Taschentuch oder in die Armbeuge

– Beim Sprechen: von anderen Menschen mindestens 1,50 m Abstand halten

gegen Schmierinfektion (hierunter versteht man insbesondere das Anfassen von Türklinken, Handläufen, Einkaufswagen im Supermarkt, Wechselgeld…):

– vermeiden Sie es, derartige Sachen anzufassen

– keine Hände schütteln oder Begrüßungsküßchen geben

– waschen Sie sich nach unvermeidlichen Kontakten und ansonsten mehrfach am Tage gründlich die Hände mit Seife (in öffentlichen Toiletten keine Handtücher oder Gebläsetrockner verwenden)

 

Was tun bei Infektionszeichen?:

– Wenn Sie Anzeichen einer Erkältung / Grippe haben, könnte es sich um Coronavirus handeln. Bleiben Sie zuhause und rufen Sie ggfs den Arzt an, um möglicherweise einen Test zu veranlassen

 

Was gilt für Risikogruppen?

Risikopersonen sind solche mit mind. einem der folgenden Kriterien:

– Alter über 60 Jahre

– geschwächter Allgemeinzustand

– Vorerkrankungen, diese sind z. B.

Leiden Sie unter Herz-Kreislauferkrankungen?

Haben Sie eine chronische oder akute Lungenerkrankung? (Z. B. auch Asthma)

Haben Sie ein geschwächtes Immunsystem? Oder wird Ihr Immunsystem im Rahmen einer Therapie, möglicherweise bewußt, geschwächt (z. B. bei einer Krebstherapie)?

Bekommen Sie Cortisonpräparate als Dauertherapie in Form von Tabletten oder Spritzen?

Haben Sie Diabetes?

In all diesen Fällen sollten Sie ganz besondere Vorsicht walten lassen.

Wir Senioren gehören alle zur Risikogruppe (schon allein aufgrund unseres Alters). Prüfen Sie besonders streng:

ob Sie Ihre Wohnung verlassen müssen,

ob Sie an einer Veranstaltung teilnehmen wollen,

ob Sie öffentliche Verkehrsmittel zu den Stoßzeiten verwenden wollen.

Und ganz wichtig: Vermeiden Sie oder Reduzieren Sie Besuche im Krankenhaus oder in einem Altenheim (zum Schutz der Patienten bzw Bewohner, aber auch zu Ihrem eigenen Schutz)

Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten auch in der Familie und unter Verwandten. Bemerkenswerterweise erkranken Kinder seltener als Erwachsene an Covid-19, obwohl sie infiziert sind, also den Virus haben. Bedenken Sie deshalb, daß Sie durch Kinder angesteckt werden können, obwohl diese gar nicht krank sind. Deshalb sollten Sie Anfragen zum Enkelhüten sehr kritisch sehen.

Hamsterkäufe sind nicht notwendig. Überprüfen Sie aber, ob Sie einen Vorrat an dringend benötigten Sachen haben (z. B. wichtige Arzneimittel)

 

Wie geht es mit unseren Sitzungen weiter?

Mit unserer Absage der März-Vorstandssitzung waren wir sicher eine der ersten im Landkreis, die eine Sitzung abgesagt haben. Wir können und wollen aber unsere Sitzungen nicht nur noch absagen.

Folgende Überlegungen werden wir anstellen:

– wir werden auf derzeit nicht absehbare Zeit nicht mehr in Alten- und Pflegeheimen tagen (die nächste Vorstandssitzung wird – wenn wir sie überhaupt durchführen können – im großen Sitzungssaal des LaRA stattfinden)

– vor jeder Sitzung überlegen wir kritisch, ob wir sie durchführen

– wir überlegen auch, die Tagungszeit zwischen 11 und 14 Uhr zu legen, um eine Anfahrt mit dem ÖPNV außerhalb der Stoßzeiten zu ermöglichen

 

Wie geht es mit unseren Projekten weiter, insbesondere im Rahmen der Denkfabrik?

Natürlich geht es weiter. Wir haben die Arbeitsgruppen, und diese bitten wir, sich selbst zu organisieren. Sie können sich auch im LaRA oder anderswo treffen. Der geschäftsführende Vorstand wird sich hierzu auf seiner nächsten Sitzung am 31.März (die auch im großen Sitzungssaal des LaRA stattfinden wird) weitere Gedanken machen.

 

Abschließend:

Die Situation ist ernst. Aber zu Panik besteht kein Anlass. Wir sind in Deutschland zeitlich noch in einer Phase, wo wir die Virusausbreitung verzögern können, um unserem Gesundheitssystem die Chance zu geben, alle Kranken versorgen zu können. Dazu brauchen wir alle viel Disziplin.

Wir alle im KSR können sehr viel dazu tun.

 

Mit vielen Grüßen

 

Dr.Bernd Eberwein, Vorsitzender

Dr.Michael Hess, medizinischer Berater des Kreisseniorenrats

unter Mitarbeit von: Rudi Gerspacher und Dieter Eckhardt

 

Konstanz, 13.März 2020

Ergänzungsbrief 17.3.20