Am Mittwoch, 08. Oktober 2025, um 14 Uhr lädt der Kreisseniorenrat zur Mitgliederversammlung ein in den großen Sitzungssaal des Landratsamtes, 78467 Konstanz, Benediktinerplatz 1.
Im Rahmen der Versammlung informiert Reinhard Zedler, Vorsitzender, über die Tätigkeiten des Kreisseniorenrates.
Im Anschluss an die Versammlung öffnen wir unsere Türen für einen öffentlichen Vortrag ab 16 Uhr von Frau Prof. Dr. Alexandra Wuttke:
„Von wegen das lohnt nicht mehr – Psychotherapie mit älteren Menschen“
Demenz und Depression zählen zu den häufigsten psychischen Störungen bei älteren Menschen. Obwohl es inzwischen zahlreiche Studien dazu sowie gezielte psychotherapeutische Methoden zur Unterstützung gibt, finden diese in der Versorgung von älteren Menschen kaum Anwendung. Gerade bei Menschen mit Demenz sind zusätzlich die Angehörigen häufig belastet. Durch chronischen Stress laufen auch sie selbst Gefahr, körperlich und/oder psychisch zu erkranken. Sie werden daher auch als unsichtbare, zweite Patienten beschrieben, die allerdings häufig viel zu spät Hilfe für sich annehmen.
Ein Schwerpunkt im Kreisseniorenrat Konstanz ist nach wie vor die Sorgende Kommune. Die Entwicklung einer alternden Gesellschaft stellt Kommunen und alle Bereiche des Lebens vor neuen Herausforderungen. Darauf angemessen zu reagieren, hat sich der Kreisseniorenrat vorgenommen.
Die Lebensqualität von Menschen im Senioren-Alter hängt in besonderem Maße von den Umständen am Wohnort ab. Deshalb kommt Kommunen in der Seniorenpolitik eine große Bedeutung zu, denn auf kommunaler Ebene können freiwilliges Engagement und soziale Netzwerke gelebt werden. Der Kreisseniorenrat berät Möglichkeiten, wie die Öffentlichkeit durch Vortrage sensibilisiert werden kann und durch die Förderung des Ehrenamtes freiwillige Angebote entstehen können. In der Arbeitsgruppe Ehrenamt haben Mitglieder des Kreisseniorenrates bereits Ideen dazu entwickelt, die nun weiter verfolgt werden.
Weiterhin geht Reinhard Zedler auf das Thema Einsamkeit ein.
Ältere Menschen, die sozial isoliert, verwitwet oder gesundheitlich eingeschränkt sind, leiden besonders häufig unter Gefühlen von Einsamkeit. Dabei ist Einsamkeit bei vielen Betroffenen mit Gefühlen der Scham verbunden. Ortsseniorenräte und Stadtseniorenräte bieten mit sogenannten Schwätzbänkle in ihren Kommunen eine Gelegenheit zum ungezwungenen Gespräch an. Senioren-Cafés und Wanderungen sind weitere Angebote von Seniorenvereinigungen gegen die Vereinsamung älterer Menschen. Viele Senioren sind bereits digital unterwegs und so bieten zum Beispiel die PC-Senioren in Mühlhausen-Ehingen Online-Gymnastikkurse an und bringen damit Menschen, die nur schwer die Wohnung verlassen können mit einer Gemeinschaft Gleichgesinnter zusammen. Daneben hat der Kreisseniorenrat eine Veranstaltung im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz angeregt, der sich im kommenden Jahr mit diesem Thema befassen wird.
„Wetterextreme wie Hitzewellen sowie der Klimawandel können sich nachteilig auf die physische und psychische Gesundheit auswirken“, erläutert Zedler. Insbesondere bei älteren Menschen. Der Kreisseniorenrat und die Ortsseniorenräte thematisieren diese Entwicklung in den Städten und Gemeinden. Insbesondere in den Städten werden sichere und barrierefreie Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien mit ausreichend verfügbaren Schattenbereichen und Sitzplätzen gefordert, damit ältere Menschen nach draußen gehen und körperlich aktiv bleiben können.
Damit Menschen mit Handicap und Familien mit behinderten Angehörigen möglichst lange in ihrem Wohnumfeld bleiben können, unterstützt der Kreisseniorenrat die Einrichtung ehrenamtlicher Wohnberater. Sie geben nützliche Tipps für eine barrierearme Gestaltung des Wohnraums. Zur Ergänzung der Beratung arbeitet der Kreisseniorenrat schon länger an der Umsetzung einer Musterwohnung im Landkreis Konstanz. Da der Kreisseniorenrat nicht als Träger auftreten kann, haben Sondierungsgespräche mit der Liga der Wohlfahrtsverbände stattgefunden. Das DRK hat dabei Interesse gezeigt. Weitere Gespräche mit dem Landratsamt sind geplant.
