Stellungnahme zum Aufstellungsverfahren für einen neuen Nahverkehrsplan für die Jahre 2022 bis 2026 vom 13.06.2021

Geschäftsstelle Landratsamt
Benediktinerplatz 1
78467 Konstanz

Herrn
Ralf Bendl
Amt für Nahverkehr u. Schülerbeförderung
im H a u s e

Sehr geehrter Herr Bendl,
nachfolgend erhalten Sie die Stellungnahme des Kreisseniorenrates Konstanz zum Aufstellungsverfahren für einen neuen Nahverkehrsplan für die Jahre 2022 bis 2026. Die Mitglieder des Kreissenio-renrates Konstanz haben zum bestehenden Angebot im öffentlichen Busnahverkehr des Landkreises Konstanz Anregungen gesammelt und bringen Vorschläge für Verbesserungen ein.
Fahrgastinformation mittels QR-Code
Der Kreisseniorenrat schlägt vor, das Fahrgastinformationssystem mit einem QR-Code zu ergänzen. Immer mehr Menschen benutzen ein Smartphone oder Tablett für die Kommunikation. Auch Senio-ren benutzen vermehrt diese Geräte, mit denen ein QR-Code zu einem Internetportal hergestellt werden kann. Über diesen Weg der elektronischen Kommunikation können den Fahrgästen in Echtzeit Verspätungen, Anschlussverbindungen und Haltestellen mitgeteilt werden. Fahrtrichtung und alle Haltestellen in der Fahrtrichtung der Linie, gegebenenfalls mit Ortschaftsplänen hinterlegt, können ebenso angezeigt und wenn nötig mit Erläuterungen geändert werden. Auch außerplanmäßige Verzögerungen können den Fahrgästen aktuell mitgeteilt werden. Die Darstellung auf dem Smartphone und die Bedienbarkeit der Anzeige sollten benutzerfreundlich sein. Gegebenenfalls kann die Benutzerfreundlichkeit in einem Pilotprojekt getestet werden. Der Kreisseniorenrat schlägt die Einführung einer Information mittels QR-Code mit der Echtzeit-Angabe sowie der Anzeige der Haltestellen in Fahrtrichtung zur Erhöhung der Fahrgastzufriedenheit vor.
Finanzieller Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV
Der Kreisseniorenrat schlägt außerdem vor, eine spürbare Vergünstigung der Fahrpreise bei Fahrten mit dem öffentlichen Busnahverkehr außerhalb des Berufsverkehrs im Landkreis zu prüfen. Im Zuge der Maßnahmen zum Klimaschutz und den gleichzeitig einsetzenden Veränderungen und Verteuerungen beim Individualverkehr, könnten viele Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV angeregt werden.
Darüber hinaus kann mit einem finanziellen Anreiz für den öffentlichen Nahverkehr im Landkreis auch Senioren der Verzicht auf das eigene Auto erleichtert werden.

Verbindung Konstanz – Stuttgart und Flughafen Stuttgart
Mit Blick auf den Deutschlandtakt sollte die Verbindung von Konstanz nach Stuttgart verbessert werden und die Verbindung zum Flughafen Stuttgart eingerichtet werden. Es wäre wünschenswert, wenn diese Ziele ohne Umsteigen erreicht werden könnten.
Busverbindung für Wohngebiet Radolfzell Otto-Blesch-Str.
Das Wohngebiet in Radolfzell Otto-Blesch-Straße sollte wieder eine Bus-Verbindung erhalten. Die Haltestelle Stockacher Straße ist für Bürger mit einer Gehbehinderung nur schwer erreichbar. Eine Bus-Verbindung über die Ringstraße Otto-Blesch-Straße sollte daher wieder eingerichtet werden.
Ganztätig 30-Minuten Takt für Stadtbuslinie 6 Güttingen nach Radolfzell
Ein 30-Minutentakt für die Stadtbuslinie 6 zwischen Güttingen und Radolfzell sollte auch außerhalb des Berufsverkehrs von 6.00 Uhr bis 8.36 Uhr über den ganzen Tag hinweg eingeführt werden sowie eine bessere Taktung zwischen Bus und Bahn.
30-Minutentakt für Linie 202 Böhringen – Radolfzell auch an Wochenenden
Der Takt der Verbindungen zwischen Böhringen und Radolfzell ist mit durchschnittlich einer Stunde zu lang, auch wenn beide Linien 202 und 205 berücksichtigt werden. An Samstagen muss ab 13 Uhr ein Sammeltaxi gerufen werden. Der Kreisseniorenrat hat Rückmeldungen erhalten, dass das Einsteigen im Sammeltaxi für Senioren beschwerlich ist oder längere Wartezeiten entstehen, weil das Sam-meltaxi ausgebucht ist.
An Sonntagen gibt es außerdem keine Busverbindung.
Die Busverbindung auf dieser Strecke sollte kundenfreundlicher gestaltet werden, damit die Akzeptanz erhöht wird.
30-Minutentakt für Linie 202 Steißlingen – Radolfzell ganztätig
Zwischen Steißlingen und Radolfzell verkehrt die Buslinie 202 außerhalb der Zeit von 15:19 Uhr bis 20:20 Uhr nur stündlich. Ein 30-Minutentakt über den ganzen Tag ist wünschenswert und würde unseres Erachtens die Akzeptanz des Nahverkehrs erhöhen.
1 Stunden-Takt für Linie 302 auch an Wochenenden
Zwischen Hilzingen und Engen besteht an den Wochenenden auf der Linie 302 ein 2-Stunden-Takt mit Rufbus. Bei größeren Wandergruppen oder Familien können jedoch nicht alle Mitglieder mit einer Fahrt mitgenommen werden.
Ein einstündiger Takt an den Wochenenden ist wünschenswert.
Nachmittags-Verbindung für Buslinie 403 von Gailingen zum Hegau-Klinikum
Für Fahrgäste aus Gailingen besteht nachmittags keine direkte Verbindung zum Hegau-Klinikum. Für ältere Mitbürger ist das zweimalige Umsteigen für einen Besuch im Krankenhaus sehr beschwerlich. Wünschenswert ist, die Fahrtnummern 135 und 139 bis nach Singen zu verlängern, mit einer Haltestelle beim Hegau Klinikum. Bei der Haltestelle Singen Hegau Klinikum sollte ebenso auch nachmittags die Rückfahrt nach Gailingen ohne Umsteigen möglich sein.

Vorschläge zu den Aushangfahrplänen
Die Aushangfahrpläne an den Haltestellen enthalten nicht genügend Informationen. Die Angabe der Ziel-Endhaltestelle und einer Zwischen-Haltestelle reichen für ortsunkundige Fahrgäste nicht aus, um die Fahrtrichtung und das eigentliche Ziel zu erkennen. Besonders schwierig wird es bei Ringlinien, die dem Ziel nächstgelegene Haltestelle zu erkennen. Außerdem gibt es, wie zum Beispiel an der Haltestelle Bahnhof Allensbach, für den ortsunkundigen Fahrgast keine Möglichkeit, die Fahrtrichtung zu Zielen im Ort an Hand der Endhaltestelle zu erkennen. Die Aushangfahrpläne sollten daher an jeder Haltestelle und für jede Fahrtrichtung alle Haltestellen der Linie aufzeigen.
Die Schrift auf den Aushangfahrplänen, insbesondere bei Detailinformationen, ist zu klein. Der Kreis-seniorenrat hat Rückmeldungen erhalten, dass auch Brillenträger Schwierigkeiten haben, die Informationen zu lesen. Eine größere Schrift ist wünschenswert.
Fahrzeuge mit Neigetechnik und ausfahrbarer Rampe
Von den Mitgliedern erhalten wir den Hinweis, dass Rollator-Nutzer, Rollstuhlfahrer und auch Eltern mit Kinderwagen Schwierigkeiten haben, im Mittelbereich der Busse einzusteigen. Der Busfahrer hilft oft nicht, die Rampe auszuklappen. Die Rampe ist schwer und bei Regen und Schnee schmutzig. Die Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter anweisen, Hilfe zu leisten. Die Fahrzeuge sollten mit Neigetechnik und einer bei Bedarf automatisch ausfahrbaren Rampe aus-gestattet sein.

Bezahlen mit Bargeld
Das Bezahlen mit Geldscheinen 10 oder 20 Euro sollte in Bussen und Automaten möglich bleiben.
Überdachung und Sitzmöglichkeit an Haltestellen
Der Kreisseniorenrat bittet zu prüfen, inwieweit auch an den örtlichen Haltestellen in den Gemeinden die Möglichkeit einer Nachrüstung mit einer Wetterüberdachung und Sitzmöglichkeiten besteht.
Gerne ist der Kreisseniorenrat für Rückfragen zu den genannten Anregungen und Vorschlägen bereit.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir nach der Fertigstellung des Erstentwurfs Ihre Ergebnisse erfahren dürften und die Möglichkeit zu einem Gespräch erhalten könnten.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Dr. Bernd Eberwein,  Harry Fuchs